Technische Feinheiten

Viele Stellungen = guter Sex? Alles Quatsch!

Beim Sex gibt es kein richtig oder falsch. Denn was dem einen gefällt, ist für den anderen vielleicht ein echter Abturner. Deshalb kann man auch keine Betriebsanleitung für guten Sex schreiben. Aber natürlich ist es möglich, ein paar Ideen zu notieren und vielleicht sogar eine Art Grundrezept weiterzugeben. Wie für einen Pizzateig. Was dann genau draufkommt, hängt von euch ab. Da gibt es die Klassiker oder wilde Mischungen. Je nach Geschmack. Und manchmal ist es auch einfach stimmungsabhängig, was man gerade mag: mild, scharf, viele Zutaten oder ganz simpel.

Missionarsstellung
Einer von euch liegt auf dem Rücken ausgestreckt auf dem Bett, der andere liegt oben. Der Obere ist leicht auf die Unterarme gestützt. So liegt ihr Brust an Brust, Bauch an Bauch und Geschlecht an Geschlecht. Diese Stellung ist sehr schön, weil ihr euch anschauen könnt. Und es macht heiß, die Erregung des anderen zu sehen. Blicke wandern über den Oberkörper des anderen, man streichelt sich, der Untere kann die Beine um den anderen schlingen. Wenn der Mann oben ist und sich zu sehr auf Unterarmen und Knien abstützt, kann es sein, dass seine Muskelspannung so hoch ist, dass er schneller kommt, als ihm lieb ist. Wenn er gleichzeitig versucht, dies zu verhindern, indem er die Luft anhält und so den Druck von innen verstärkt, wird es zur Sekundennummer. Besser sind langsame, sanfte Bewegungen und tiefes Atmen. Oft ist es gut, wenn sie erst mal oben liegt. In dieser Position kann sie ihre Klitoris an ihm reiben, das Becken so bewegen, dass sie ihn überall in sich spüren kann, und so ihre Lust steuern. Und er kann ihre wippenden Brüste sehen. Später, wenn er mehr Erfahrung im Zurückhalten hat, wird getauscht. Jetzt hat sie die Chance, sich ihm von unten mit dem Becken entgegen zu bewegen, damit sie ihn gut spürt. Und sie kann sich außerdem am Anblick seines eindringenden Penis oder seines Oberkörpers erregen.

Doggie-Style
Bei dieser Stellung kniet sie auf allen Vieren, wie ein Hund (engl. dog). Für manche Frauen ist diese Stellung ein Vertrauensbeweis. Ich liefere mich dir aus. In dieser Stellung wird die weibliche Prostata (G-Zone) gut stimuliert. Ein anderer Vorteil beim Doggie-Style ist, dass der Mann einen tollen Blick auf Hintern und Taille seiner Partnerin hat, die in dieser Position besonders gut zur Geltung kommen.
Er steht oder kniet jetzt hinter ihr und dringt in sie ein. Sie kann ihm helfen, indem sie leicht die Beine spreizt, also die Knie mindestens hüftbreit aufstellt, so kann er den Eingang besser finden. Er sollte sich zunächst sanft vorwagen, sich nur leicht bewegen und sich erkundigen, ob es ihr gefällt. Auch wenn er heftiger wird, gilt es, sich immer mal wieder rückzuversichern. Sie kann ihm Hinweise geben wie: Langsam! oder Tiefer! So fühlt sie sich nicht so passiv und ihn macht es heiß, wenn sie ihm sagt, was sie will. Beim Stoßen kann er sie kräftig an der Hüfte festhalten. Er kann sich über sie bücken und sie umarmen oder gleichzeitig ihre Brüste anfassen oder ihre Geschlechtslippen oder Klitoris massieren. Vielleicht mal eine Zeit lang gar nicht stoßen, sondern nur drinbleiben, genießen und ab und zu leicht nachdrücken oder sich kreisförmig bewegen. Oder sie massiert sich selbst. Und greift an seine Hoden und zieht leicht daran. Sie kann auch mal Stopp sagen. Dann muss er in ihr bleiben und sie darf sich bewegen. In hoher Erregung ist es manchmal sehr lustvoll, wenn der Penis leicht gegen den Muttermund kommt. Es kommt aber schon mal vor, dass der eine oder andere Penis für diese Position zu lang und für sie unangenehm ist. Sie sollte sich dann ein wenig mit der Hüfte von ihm wegbewegen oder ihn bitten, weniger doll zu stoßen. Wenn es ihr immer noch zu kräftig ist, kann sie die Tiefe selbst bestimmen, indem sie seine Hüfte mit der Hand auf Abstand hält, oder ihr wickelt ein gefaltetes Seidentuch um die Peniswurzel. Dann kann er nicht mehr ganz so tief stoßen und muss sich nicht mehr darauf konzentrieren.

Reiterstellung
Einer von euch liegt ausgestreckt auf dem Rücken, der andere setzt sich obendrauf und führt den Penis in die Vagina ein. Der Obere stützt sich mit den Schienbeinen auf dem Bett ab und bewegt sich wie beim Reiten hoch und runter, kreist ein wenig mit der Hüfte oder kippt einfach das Becken hin und her. Gerade die Kippbewegung hat durch den Wechsel zwischen An- und Entspannung eine tolle Wirkung. Fast ein bisschen wellenartig. Hier kann die Frau, wenn sie oben ist, sehr gut ihre Erregung steuern, indem sie Druck und Reibung an ihrer Klitoris bestimmt oder sich selbst berührt. Und sie kann durch das Spiel mit ihrem Beckenboden ihre Lust noch höher treiben. Er kann natürlich auch, egal ob er oben oder unten ist, ihre Klitoris massieren. Sie darf ruhig seine Hände steuern oder ihm sagen, wie er es tun soll. In dieser Stellung kann es übrigens sein, dass sein Penis durch die Reiterbewegungen aus der Vagina flutscht, je nach Länge und Steifheit. Übrigens wird das ganze noch intensiver, wenn ihr euch langsam bewegt oder auch mal den Rhythmus verändert.

Frosch
Die Grundposition wie beim Reiter, nur dass jetzt nicht die Schienbeine aufliegen, sondern beide Füße auf der Matratze stehen. Man hockt also über dem Geschlechtsorgan des anderen. So hat man etwas mehr Schwung als beim Reiter. Allerdings wird diese Bewegung oft zu einem schnellen Hoch und Runter, wie beim Wichsen. Wer die Bewegung langsam und somit genussvoller ausführen möchte, braucht ein gewisses sportliches Durchhaltevermögen, gute Oberschenkelmuskeln und ein sehr bewegliches Becken. Aber die Anstrengung lohnt sich!

Löffelchen
Wie beim Einschlafen. Eine schöne Kuschelstellung. Der Mann liegt hinter der Frau und dringt von hinten in sie ein. In dieser Stellung kann es etwas schwieriger sein, den Penis drinzubehalten, wenn der Penis kurz ist oder wenn einer von beiden etwas fülliger ist, weil dann Bauch oder Hintern im Weg sind. Viele Frauen spüren sehr genau, wann der Mann am Rausflutschen ist, und können ihm dann ihren Hintern etwas entgegenstrecken oder den Winkel des Beckens ein bisschen verändern. Wenn er doch rausflutscht, kann sie den Penis selber wieder einführen. Aus dieser Position und im Dunkeln oder unter Decken ist es nämlich manchmal für den Mann schwieriger den richtigen Eingang zu finden – egal wie erfahren er ist.
Er kann in dieser Stellung gut mit ihren Brüsten oder mit ihrer Klitoris spielen. Und wenn er mit dem Oberkörper ein wenig von ihr abrückt, hat er einen tollen Winkel, um schön tief einzudringen.

69
Warum heißt sie 69? Schaut euch mal die Zahl an. Sie sieht aus, als ob sich zwei Menschen gegenüber liegen. Beide auf der Seite, aber nicht Kopf an Kopf, sondern Kopf an Geschlechtsteil. Und genauso geht es: Sie hat ihren Kopf an seinem Penis und er sein Gesicht an ihrer Vulva. Beide küssen und lecken dann nach Lust und Laune. An dieser Position scheiden sich die Geister. Die einen finden es schwer, gleichzeitig zu verwöhnen und zu genießen. Weil man gar nicht weiß, worauf man sich konzentrieren soll. Andere finden das himmlisch. Probiert es aus und urteilt selbst.

 

Autor: Ann-Marlene Henning, Tina Bremer-Olszewski